Federico Abresch
geistlicher Sohn von Pater Pio

und Gründer von Gebetstreffen

im Göttlichen Willen

 

 

„Vor allem anderem bitte ich um eine große Liebe zu Gott.“

„Mein Gott, ich liebe Dich mit dem Feuer deiner ungeschaffenen Liebe.“

 

San Giovanni Rotondo (Foggia) 1967 – 1969

 

Federico Abresch (1889 – 1969)

 

 Luisa schrieb ihm: „Versuchen Sie, soviel Sie können, allen die Kenntnis über den Göttlichen Willen zu vermitteln;

 

Biografische Daten

 

Der Deutsche Friedrich Abresch, gebürtig aus einer lutheranischen Familie, begab sich im Jahr 1925 aus reiner Neugierde nach San Giovanni Rotondo um Pater Pio zu sehen. Dem Taufschein nach war er in seiner Jugend evangelisch, und war  im Zug seiner Heirat mit einer Italienerin, Amelia, römisch katholisch geworden, praktizierte seine Religion aber noch nicht.

Pater Pio verwies Abresch nicht aus dem Beichtstuhl, ließ ihn aber, kaum dass er eingetreten war, sofort erkennen, dass „ ich in meinen vergangenen Beichten einige Todsünden ausgelassen hatte“… Er verhehlte sein Wissen über meine ganze Vergangenheit und stellte mir Fragen. Er zählte klar und deutlich alle meine Fehler auf und erwähnte sogar wie oft ich die Hl. Messe versäumt hatte! …“

Im Jahr 1926 erlitt die Ehefrau Federicos eine Blutung und die Ärzte diagnostizierten einen Gebärmuttertumor. Amalia Abresch war erschüttert darüber, dass eine Hysterektomie es ihr unmöglich machen würde, Kinder zu bekommen; so ging sie zu Pater Pio, der ihr riet, „sich nicht unter das Messer zu begeben“. Danach hörten die Blutungen auf und, obwohl der Tumor nicht verschwand, wurde sie schwanger und gebar mit ca. 40 Jahren ein Kind. Der Junge,  Pio genannt, wurde in der Folge Priester (Monsignore).

Anschließend ließ sich die Familie Abresch in San Giovanni Rotondo nieder, wo Federico ein Fotostudio eröffnete.  Viele Jahre lang war er der offizielle Fotograf von Pater Pio und seinen Mitbrüdern (1).

Federico Abresch erhält die heilige Kommunion durch seinen Sohn Mgr. Pio Abresch

Weitere Informationen: Biografie Luisa Piccarreta

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Nach seiner Bekehrung begann Federico  sich auf die Suche nach geistlichen Dingen und besonderen Seelen zu begeben. Vom Guardian des Franziskanerkonventes in S.G. Rotondo, wo auch Pater Pio war, hatte er ein Exemplar der „Stundenuhr des Leidens unseres Herrn Jesus Christus“ und eine Abhandlung über den Göttlichen Willen erhalten (2) ; tief beeindruckt begann er Jesus zu bitten, dass er die „fromme Autorin“ dieser Schriften kennenlernen durfte. Er erhielt dann die Adresse von Luisa und nach einem ersten Briefwechsel besuchte er sie in Corato, wo Luisa zu dieser Zeit im Kloster der Schwestern vom Göttlichen Eifer wohnte (3). Sie empfing ihn und sprach mit ihm in kurzen aber eindringlichen Worten über den Göttlichen Willen. Federico war davon stark beeindruckt und, ermutigt von Pater Pio, setzte er seine Besuche bei Luisa fort, die ihm unweigerlich in einfachen Worten vom Göttlichen Willen erzählte, von den Wundern die er vollbringt, wenn er in der Seele lebt und regiert und wie sehr Jesus vor Verlangen brennt, ihn allen Menschen zu schenken.

Es folgten weitere Besuche und Briefwechsel zwischen Federico und Luisa, die ihn lebhaft dazu ermunterte die Wahrheiten über das Leben im Göttlichen Willen bekannt zu machen, die er allmähnlich lernte.  Luisa schrieb ihm: „Versuchen Sie, soviel Sie können, allen die Kenntnis über den Göttlichen Willen zu vermitteln; so erhalten Sie die Gnade, ihn selbst auch besser zu erkennen…“.

So begann Federico schon in der 40-er Jahren Zönakel (Gebetstreffen) über den Göttlichen Willen zu halten. Unter diesen Teilnehmern war auch Fräulein Adriana Pallotti aus Modena, eine geistliche Tochter von Pater Pio. „Wir waren ganz begeistert“ berichtet Adriana, „und konnten die Stunde am Samstag nicht erwarten, um zu Federico zu gehen. Er sprach jede Woche um 5 Uhr Nachmittag, eineinhalb Stunden lang, und wir wollten nie, dass er aufhöre. Auch Pater Pio gefiel dies…“  Unter den Teilnehmern des Gebetskreises war auch eine gewissen Giulietta Marchi aus Bologna, „eine sehr schöne Seele, zu der Jesus sprach. Bevor sie starb, nachdem sie mehrere Jahre lang an den Gebetszönakeln teilgenommen hatte“, sagte Adriana, „sprach sie zu mir: Adriana, du mußt das, was Abresch sagt, auf Tonband aufnehmen, weil man in Zukunft von dieser Spiritualität sprechen wird müssen. Der Herr will es, weil Er uns vom Elend des menschlichen Willens befreien möchte, damit wir in seinem Göttlichen Willen leben… „ (4).

Fiat! In Voluntate Dei!

 

 

(1) Quelle: „Padre Pio: La Vera Storia“ von C. Bernard Ruffin

(2) Veröffentlicht von Pater Hannibale M. Di Francia

(3) Federico erzählt selbst von seinem ersten Besuch bei Luisa und den folgenden Begegnungen

(4) Interview mit Adriana Pallotti, S.G. Rotondo, Foggia

Briefe von Luisa an

Friedrich Abresch

 

 

 

An Federico Abresch  -  Corato, 5. August 1940

J. M. J.

In Voluntate Dei - Fiat!

Mein Hochgeschätzer im Göttlichen Willen,

Ich erhielt Ihren lieben Brief von Bologna, und da ich Ihnen nicht bald antworten konnte, war ich nicht sicher, wohin ich Ihnen schreiben sollte - ob nach Bologna oder nach San Giovanni (Rotondo); deshalb habe ich Ihnen nicht geschrieben. Wenn der Göttliche Wille es will, können Sie kommen, wann immer Sie wollen, denn es ist der göttliche Wille, der in allen unseren Taten seinen besten Platz haben muss. Wenn wir Ihn tun, wird Er uns auf seinem Schoß tragen und Er mit uns tun, was wir tun: Wir werden mit Seiner Liebe lieben; wir werden zusammen mit Ihm beten; Seine Schritte werden unsere ...

Oh, wie glücklich wird Er sein, Sein göttliches Leben mit dem Geschöpf zu leben, das Ihn kennt, denn nur die Kenntnis Seiner gibt uns das höchste Gut zum Besitz. Er macht Seine Güter zu unserem eigenen und - oh, wie glücklich Er ist, uns mit Seinem eigenem Willen leben zu lassen, und uns Seine Eigenen Güter besitzen zu sehen! In diesem heiligen Göttlichen Willen sieht er die Meere seiner Liebe nicht mehr verlassen, sondern von seinen Kindern bevölkert. Darum lasst uns lieber in dem Göttlichen Willen Zuflucht finden als in unserem Leben.

Liebster Sohn im Göttlichen Willen, da Sie dem heiligen Pater Pio nahe sind, sprechen Sie mit ihm über unsere Dinge, damit er über sie mit dem Herrn rede; und wenn der Herr will, lassen Sie ihn Ihnen etwas sagen. Vertrauen Sie mich seinen Gebeten an, denn ich brauche sie sehr. Küssen Sie seine Hände für mich.

Ich empfehle mich Ihren Gebeten und überlasse Sie dem Göttlichen Willen, damit Sie mehr im Himmel als auf Erden leben, von Herzen grüße ich Vater, Mutter und Sohn.

mit zärtlichen Grüßen, Die kleine Tochter des Göttlichen Willens

                                                                      

 

 

 

 

 

 

In Voluntate Dei! - Fiat

Mein Hochgeschätzer im Herrn,

Sie können sich die Zufriedenheit nicht vorstellen, die ich fühle, wenn ich höre, dass man im göttlichen Willen leben will, denn es ist ein Sieg Jesu; und wie er unseren Willen erobert, erobern wir seinen Eigenen. Im Reich des Göttlichen Willens verliert niemand, wir sind alle Gewinner, Gott und das Geschöpf.

Ich bin überrascht über Ihre Zweifel. Wie ist das? Wissen Sie nicht, dass die Erlösung Vorbereitung für das Königreich des Göttlichen Willens ist? Und das Heilige Herz Jesu ist nichts anderes als die umfassende Herrschaft seines Willens. Es ist nicht das Herz, das dominiert; Es ist der göttliche Wille, der sein göttliches Herz beherrscht. Das arme Herz, wenn es keinen Willen hätte, es zu beherrschen, wäre es zu nichts gut. Wenn der Wille gut ist, ist das Herz gut; Wenn der Wille heilig ist, ist das Herz heilig. Wenn unser Wille dem Göttlichen Platz macht und es seinen Thron in unserem Willen erhebt, so erlangt das Herz die göttlichen Qualitäten durch die Gnade. Darum, sowohl im göttlichen als auch in der menschlichen Ordnung, ist es immer der Wille, der den ersten Platz hat, den Hauptakt, seine Herrschaft. Das Herz und alles andere sind in der sekundären Ordnung ... Deshalb, um zu sagen, dass das Herz herrscht, wenn der Göttliche Wille nicht herrscht, ist absurd. Sie können Andachten genannt werden, fromme Praktiken ...; Wenn der göttliche Wille nicht herrscht, existiert das Königreich nicht. Es existiert im Himmel, hat aber keinen Platz auf Erden. Die Heilige Kirche, das Organ und die Botin des Obersten Fiats, durch das Heiligste Herz, durch die Himmlische  Mutter, erbittet das Königreich des göttlichen Willens. Sie sagt es nicht mit Worten, sondern sagt es mit Tatsachen. Die göttliche Wille ist der König - sein Herz, seine Wunden, sein kostbares Blut, die süße Königin, bilden die Diener, die den König umgeben, und durch sie erbeten Sie das Reich des göttlichen Willens in Seelen.

Nun, wie kann man das wissen? Alle notwendigen Dinge, die verschiedenen Umstände, in denen wir uns befinden können, sind der Wille Gottes für uns. Wenn wir wirklich entschlossen sind, im Willen Gottes zu leben, ist Gott so erfreut, dass, wenn Wunder gebraucht werden, Er sie vollbringen wird, um uns nicht unseren Willen gebrauchen zu lassen. Es liegt an uns, wirklich zu entscheiden, und bereit zu sein, sogar unser Leben zu geben, um darin zu leben; da Unser lieber Jesus und die souveräne Königin die Aufgabe übernehmen werden, unsere Wachen zu sein, und werden uns mit solchen Gnaden  umgeben, um uns nicht durch unseren Willen verraten zu lassen. Noch mehr, denn unser Herr lehrt nicht schwere Dinge, noch macht er sie oder will er sie, aber Er erleichtert alles, was er von uns in einer bewundernswerten Weise will; Noch mehr, er versetzt sich an unsere Stelle, um es uns leicht zu machen, und tut zusammen mit uns alles, was er will, dass wir es tun.

Ich empfehle mich Ihren Gebeten und auch meine gute Tochter Amelia. Erweisen Sie sich als Heilige. Möge der göttliche Wille seine Arme Ihnen entgegenstrecken, um Sie in Seinen Schoß zu erheben. Schauen Sie auf alle Dinge als Dessen Träger, damit Ihnen Sein Leben und seine Heiligkeit gegeben werde ... Den Kleinen [Sohn Pio] – ziehen Sie ihn in heiliger Weise auf, als Geschenk des Fiat; wer weiß, ob Ihre Wünsche, ihn religiös und heilig zu sehen, nicht erfüllt werden können. So überlasse ich Sie alle dem göttlichen Willen; lassen Sie mich Sie stets in Ihm finden. Und mit tausend Grüßen an den Vater, an die Mutter und an den Sohn, sage ich, mit zärtlichen Grüßen, Die kleine Tochter des Göttlichen Willens