Download

Die Bedeutung der Gabe des Lebens im Göttlichen Willen

Radio Maria 2014

Pater Dr. Joseph Iannuzzi STD, PhD

Leben im Göttlichen Willen: Das neue Pfingsten in der Wiederherstellung der Einheit der Willen

 

 

Pater Dr. Joseph Iannuzzi Ph.D, OSJ, spricht über die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen anhand von seiner kirchlich bestätigen Doktorarbeit.

Absolvent päpstliche Universität Gregoriana – Rom

Vortrag Radio Maria 2014 - Wien

 

 

Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia 

 

Letzten Monat, am 27. April 2014,  wurden zwei Päpste heiliggesprochen, Papst Johannes XXIII und Johannes Paul II. Beide sprachen von einem neuen Pfingsten. Und Papst Johannes Paul II schrieb eine Enzyklika mit dem Titel: Am Anfang des neuen Jahrtausends, in der er von einem Frühling der Christenheit spricht und einem Jahrtausend der Bildung von Einheit. Wir sehen, wie diese Aussagen eines neuen Pfingsten und der Einheit in unserer Zeit aktualisiert werden. Meine Dokorarbeit spricht gerade über diese Themen. Insbesondere über eine Mystikerin, die in unserer Zeit dazu gerufen wurde, der Kirche zu dienen. Ihr Name ist die Dienerin Gottes, Luisa Piccarreta. Sie wurde 1865 geboren, und starb 1947. Sie war von Gott erwählt, die Erfülling des Vaterunser-Gebetes durch den Heiligen Geist zu bewirken. Sie war eine Mystikerin und sie hatte viele mystische Gaben. Ihr geistlicher Begleiter war der Hl. Hannibal di Francia, der ihren ersten 19 Bänden das Nihil Obstat gab, und ihr Bischof Joseph Leo gab ihnen sein Imprimatur. Diese Bände, die Luisa geschrieben hatte, wurden ihr von Jesus und Maria diktiert. Der Inhalt dieser Botschaft ist sehr wichtig, denn sie vollendet das Vaterunser-Gebet. Im Vaterunser-Gebet, das die Kirche seit 2000 Jahren betet, finden wir die Worte: Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Und die Schriften helfen uns zur Erkenntnis dieser Erfüllung zu gelangen. Denn in diesen Schriften wird eine neue Gabe mitgeteilt, die der Kirche heute gegeben wird. Sie wird genannt: Die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen. Sie stellt die Wiederherstellung der Einheit der Willen dar, derer sich Adam und Eva vor dem Sündenfall mit dem Willen Gottes erfreut hatten. Es ist eine Gabe und keine Tugend. Jesus offenbart Luisa, dass Adam und Eva vor der Erbsünde in vollkommener Harmonie mit dem Göttlichen Willen waren, und jede Handlung von Adam und Eva hatte einen universalen Einfluß auf die ganze Schöpfung. Adam war also der König der Schöpfung und das Haupt aller menschlichen Generationen. Aufgrund der Erbsünde verlohren sie diese Gabe, und die Schöpfung wandte sich gegen sie, und die Harmonie vor dem Sündenfall war verlohren. Und nur zwei Menschen empfingen diese Gabe nach Adam und Eva. Und das waren Maria und Jesus. Und Jesus offenbart Luisa, dass sie das erste in Sünde empfangene Geschöpf war, das diese Gabe besitzen sollte, und dass jeder nach ihr sie gleicherweise empfangen kann.

Das Leben im Göttlichen Willen ist eine Gabe

Ich erwähne, dass dies eine Gabe und keine Tugend ist, da die Heiligen vor Luisa aufgrund ihres tugendhaften Lebens vollkommen bereit waren, diese Gabe zu erhalten. Gott jedoch beschloß sie erst in unserer Zeit zu geben. Und daher prophezeiten diese beiden Päpste ein neues Pfingsten. Und Papst Johannes sprach von einem Jahrtausend der Bildung von Einheit, die wir erfahren werden. Das neue Pfingsten ist die Gabe des Heiligen Geistes, die bewirkt, im Göttlichen Willen zu leben. Es ist das neue Pfingsten in folgendem Sinn.  Es ist die Ausgießung des Heiligen Geistes, der der Menschheit die größte Gabe gibt, die Gott uns je geben könnte, da sie die Gabe wiederherstellt, die unsere ersten Eltern in der Erbsünde verlohren hatten.  Und ich werde mit ihnen über die vier Schritte sprechen, wie man diese Gabe erhält, die man sofort erfahren kann, und wie wir in ihr allmählich fortschreiten. Wenn wir also sagen, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden, laden wir die Dreifaltigkeit in unsere Seele ein. So wie der Vater in Adams Herz schlug, und der Sohn durch sein Blut floss, und der Heilige Geist in seinem Atem atmete, so wirken ebenfalls die Drei Göttlichen Personen in unserem Körper. Wie der Vater sich in Adams Willen bewegte, der Sohn in seinem Intellekt und der Heilige Geist in seiner Erinnerung, so wirken die Drei Göttlichen Personen in unserer Seele. Weil Gott eine ewige Wirkweise ist, und er in unseren seelischen und körperlichen Kräften wirkt, erhalten unsere Handlungen seine ewige Wirkung. So wirkte sich alles, was Adam und Eva vor dem Sündenfall taten, umfassend auf die ganze Schöpfung aus.  Auf diese Weise wirken auch wir, nachdem wir diese Gabe erhalten haben, die sie verlohren hatten, auf die ganze Schöpfung umfassend ein. Es ist also eine Gabe, die ich in vier Schritten im nächsten Teil erklären werde.

Leben im Göttlichen Willen: Die Voraussetzungen

Die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen können wir auf der Stelle erfahren, durch das Verlangen nach ihr. Der erste von vier Schritten ist es, nach der Gabe zu verlangen. Jesus offenbart Luisa, dass unser Verlangen entschieden sein muß. Die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen bedeutet, daß bei allem was sie tun, sei es beim gehen, sprechen, abspühlen oder schlafen – es von Gottes ewigem Akt begleitet wird. Wenn sie also die Gabe sich entschlossen wünschen, wird die Heilige Dreifaltigkeit ihre eine ewige Wirkweise in ihre Seele eingießen; der Vater wird durch ihren Willen wirken, der Sohn durch den Intellekt und der Heilige Geist durch das Gedächtnis. Der Vater wird in ihrem Herzen schlagen, der Sohn in ihrem Blut fließen und der Heilige Geist in ihren Lungen atmen, und dabei eine dreifalige Einwohnung in ihrem Leib und ihrer Seele formen. So beginnt es, aber um in dieser Gabe zu wachsen, müssen wir mehr davon erfahren. Denn je mehr wir von Gott wissen, umso mehr können wir ihn lieben. Luisa hat 36 Bände geschrieben, und vier weitere Werke. Sie hat insgesamt über 9000 Seiten insgesam geschrieben. Und der Zweck dieser Schriften war, dass sie erkenne, was die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen darstellt. In meiner Doktorarbeit habe ich diese 9000 Seiten in etwas über 400 zusammengefaßt. Und ich präsentiere sie in einer systematischen Weise. Ich habe die Schriften von Luisa in drei Kaptiel zusammengefaßt; einmal das Fiat der Schöpfung, das Fiat der Erlösung und das Fiat der Heiligung. Und wenn nun das Verlangen den Eintritt in Gottes eine ewige Wirkweise erlaubt, läßt die Kennnis uns in dieser Gabe fortschreiten. Der erste Schritt ist also das Verlangen, der zweite Kenntnis, der dritte Tugend.

Die drei Schritte in den Göttlichen Willen und die Auswirkungen

Luisa erhielt diese Gabe mit 16 Jahren, um das Jahr 1881, aber sie würde in die eine ewige Wirkweise Gottes ein- und austreten. Das ist in der Theologie als das Hinein- und Hinaustreten aus dem ewigen Modus bezeichnet. Dann im Alter von 24 Jahren verließ sie die Gabe nicht mehr, was bedeutet, dass sie kontinuierlich an der Wirkweise der Dreifaltigkeit teilnahm. Das bedeutet, dass sie kontinuierlich einen Einfluß auf die ganze Schöpfung wirkte – eben wie Adam und Eva auf alles in unserem Leben einwirken konnten, so wie Jesus und Maria auf alles in unserem Leben einwirkten. Luisa war auf die gleiche Weise ab dem Alter von 24 Jahren fähig, kontinuierlich auf alle Menschen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einzuwirken. Und Luisa fuhr fort im Göttlichen Willen den Rest iihres Lebens zu wachsen. Im Alter von 35 trat sie in “das Zentrum des Göttlichen Willens” ein, so wie es Jesus bezeichnet.

So ist der erste Schritt das Verlangen, der zweite die Kenntnis, der dritte die Tugend. Kenntnis und Tugend helfen uns in dieser Gabe zu wachsen. Die Tugend macht uns in der Gnade beständig, und diese Stabilität läßt uns nicht mehr aus der Gabe austreten – der letze Schritt ist “das Leben”. Wenn wir also einmal beständig in den Tugenden und stabil in der Gnade sind, so leben wir im Göttlichen Willen. Aber wie ich schon erwähnt habe, können wir allein mit dem Verlangen nach der Gabe, schon an dieser einen ewigen Wirkweise Gottes teilnehmen. Das bedeutet, daß alles, was wir tun, vom Atmen, Gehen, und Schlafen, einen universalen Einfluß auf die ganze Schöpfung hat, da Gottes eine ewige Wirkweise sich mit unseren endlichen Handlungen vereinigt. Er sagt Luisa, dass er unsere endlichen Handlungen absorbiert, und er sie in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verteilt. Und das ist die Gabe, die Adam und Eva vor der Erbsünde ausführten. Jesus sagt Luisa, daß er uns alle ruft, Könige und Königinnen der Schöpfung wie Adam und Eva zu werden. Der Hl. Paulus prophezeite diese Gabe im 8. Kapitel des Römerbriefs: Denn die Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes (…) „und“ sie soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden, zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. 

Die Schöpfung ist also der Vergänglichkeit unterworfen, und die Söhne Gottes werde sie freisetzen. Wenn also Papst Johannes XXIII und Johannes Paul II von einem zweiten Pfingsten sprechen, meinen sie die Ausgießung der Gaben des Heiligen Geistes. Und Jesus sagt Luisa, dass dies die größte Gabe ist, die uns der Heilige Geist geben kann. In dieser Weise ist sie die Erfüllung des Vaterunser-Gebetes. Denn Gottes Wille wird auf Erden getan werden wie im Himmel, und er wird in uns und unseren Seele erfüllt werden. Es ist die gleiche Einheit mit dem Willen Gottes, an der sich die Heiligen im Himmel erfeuen. Es ist nicht die Selige Gottesschau, aber die gleiche Vereinigung.

Jesus lädt jeden einzelnen ein, die Gabe des Lebens im Göttlichen Willen zu empfangen. Alles was sie tun müssen, ist sie zu ersehnen, und der Vater, der Sohn und der Heilige Geist treten in ihre Seele und ihren Leib ein, und mit Gott gibt es einen ewigen Akt, der nun Anfängt in ihrer Seele und und ihrem Leib zu wirken. Und Gott, der ewig ist, verteilt ihre Handlungen in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihre Gebete können in dieser Weise auf alle Geschöpfe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einwirken, aufgrund der Wirkweise Gottes in ihnen. Es ist eine Gabe und keine Tugend, die frei gegeben wird, und sie wurde für unsere Zeit aufbewahrt. Der Hl. Paulus sagt,  “wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden,“ (Röm 5, 20). Und Jesus hat den besten Wein bis zu letzt aufbewahrt.

Möge der Segen des Allmächtigen Gottes auf jeden einzelnen von ihnen herabkommen und bei ihnen bleiben, in Ewigkeit. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia www.goettlicherwille.org