Täglicher Kommentar zum Evangelium

Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia

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28.1.20

 

Lukas 12:32-34 


Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben. Verkauft, was ihr habt, und gebt davon Almosen. Verschafft euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz im Himmel, an den kein Dieb herankommt und den keine Motte zerstört. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

 

Catena Aurea – Hl. Thomas von Aquin. Eine fortlaufende, ganz aus den Stellen der Kirchenväter und Kirchen-Schriftsteller bestehende Auslegung der vier Evangelien.

 

Nachdem der Herr die Sorge um das Zeitliche von den Herzen der Jünger abgewendet hatte, entfernt er von ihnen die Furcht, woher die überflüssige Sorge kommt, indem er sagt: Fürchtet euch nicht, kleine Herde. Kleine Herde nennt der Herr die, welche seine Jünger werden wollen, entweder weil die Heiligen in dieser Welt klein scheinen wegen der freiwilligen Armut, oder weil sie von der Zahl der Engel übertroffen werden, welche auf unvergleichliche Weise über das Unsrige erhaben sind. — Auch nennt der Herr kleine Herde die Zahl der Auserwählten, entweder im Vergleich zur größeren Zahl der Verworfenen, oder vielmehr wegen der Unterwürfigkeit der Demut.

Warum sie sich aber nicht fürchten sollen, zeigt er mit den Worten: Denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben, gleich als wollte er sagen: Wie sollte der, welcher so Kostbares verleiht, gegen uns nicht milde sein wollen? Denn obschon diese Herde klein ist, sowohl an Natur, als Zahl wie Ruhm: so verlieh doch die Güte des Vaters auch dieser kleinen Herde das Los der himmlischen Geister, nämlich das Himmelreich. Damit ihr also das Himmelreich besitzet, verachtet die irdischen Schätze.

 

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AUS DEN SCHRIFTEN VON LUISA PICCARRETA

 

Band 10, 22. September 1910

 

„Meine Tochter, jede Tugend ist ein Himmel, den die Seele erlangt. Wie viele Tugenden sie also erringt, so viele Himmel bildet sie aus, und jene Himmel besiegen alle menschlichen Neigungen, vernichten das [rein] Irdische, und belassen die Seele in reinster Atmosphäre, unter den heiligsten Wonnen, den himmlischen Wohlgerüchen des Höchsten Gutes umhergehen, indem sie für die Seele einen Teil der ewigen Freuden vorwegnehmen.“

Band 18, 22. November 1925

Das also erhält die Seele, wenn sie in meinem Willen lebt: Sie empfängt Ihn als ihr Eigentum, besitzt Ihn, empfindet seine himmlische Aura, sein Leben des Himmels, die Ähnlichkeit mit Dem, Der sie erschaffen hat, und in meinem Willen lebend, fühlt sie sich übersät mit den Widerspiegelungen ihres Schöpfers.