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Täglicher Kommentar zu zentralen Stellen der Evangelien in chronologischer Folge

Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia

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Lukas 10: 23-37, Teil III

23 Dann wandte er sich an die Jünger und sagte: "Selig die Augen, die sehen, was ihr seht!

24 Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört."

Der barmherzige Samariter

25 Da erhob sich ein Gesetzeslehrer, um ihn auf die Probe zu stellen. Er fragte: "Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?"

26 Er sagte zu ihm: "Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du?"

27 Jener antwortete: "Du sollst den Herrn deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit allen deinen Kräften und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst."

28 Er sagte zu ihm: "Richtig hast du geantwortet. Tu das, so wirst du leben."

29 Jener aber wollte sich rechtfertigen und fragte Jesus: "Wer ist denn mein Nächster?"

30 Da nahm Jesus das Wort und sagte: "Ein Mann ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter Räuber. Die plünderten ihn aus, schlugen ihn, ließen ihn halbtot liegen und zogen ab.

31 Zufällig ging ein Priester denselben Weg hinab. Er sah ihn und ging vorüber.

32 Ebenso kam ein Levit dorthin, sah ihn und ging vorüber.

33 Ein Samariter aber, der auf seiner Reise vorbeikam, sah ihn, ward von Mitleid gerührt,

34 trat hinzu, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie; dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn in eine Herberge und sorgte für ihn.

35 Am anderen Tag zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt mit den Worten: Sorge für ihn. Was du noch darüber aufwendest, werde ich dir auf meinem Rückweg bezahlen.

36 Wer von diesen dreien ist nach deiner Meinung der Nächste dessen geworden, der unter die Räuber gefallen war?"

37 Jener antwortete: "Der an ihm Barmherzigkeit geübt hat." Und Jesus sagte zu ihm: "Geh hin und handle gleichermaßen!"

 

Catena Aurea – Hl. Thomas von Aquin. Eine fortlaufende, ganz aus den Stellen der Kirchenväter und Kirchen-Schriftsteller bestehende Auslegung der vier Evangelien.            

 

Der Herr hatte oben gesagt, daß ihre Namen im Himmel geschrieben seien. Daher nahm, wie ich glaube, der Gesetzesverständige die Veranlassung, den Herrn zu versuchen. Daher heißt es: Siehe, ein Gesetzverständiger stand auf und versuchte ihn u.s.w. — Denn einige Widersacher gingen im ganzen Judenlande herum, beschuldigten Christus und sagten, daß er das mosaische Gesetz unnütz nannte, er selbst aber einige neue Lehren einführe. Indem also der Gesetzesgelehrte Christus verleiten wollte, etwas gegen Moses zu sagen, versuchte er ihn, nannte ihn Meister, obwohl er nicht lernen wollte. Und weil der Herr zu denen, welche zu ihm kamen, von dem ewigen Leben zu reden pflegte, benützte der Gesetzesgelehrte seine Gespräche, und weil er ihn listig versuchte, so wird ihm nichts Anderes geantwortet, als was von Moses gelehrt wurde.

Denn es folgt: Er aber sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie ließt du? — Denn er gehörte zu denen, welche sich im Gesetz erfahren zu sein scheinen, welche die Worte des Gesetzes haben, aber den Inhalt des Gesetzes nicht verstehen. Gerade aus dem Gesetz beweist er ihre Unwissenheit im Gesetz, und zeigt, daß sogleich im Anfang das Gesetz den Vater und den Sohn und das Geheimnis der Menschwerdung des Herrn verkündete.

Denn es folgt: Er aber antwortete und sprach: Liebe den Herrn deinen Gott aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus allen deinen Kräften und aus deinem ganzen Gemüt. — Wenn es heißt: Aus deinem ganzen Gemüt, so läßt sich dieses auf das Übrige nicht verteilen. Denn die Liebe, welche du dem Untersten zuwendest, fehlt dir notwendig von dem Ganzen. Wie nämlich das, was aus einem vollen Gefäß herausrinnt, von der Ausfüllung fehlt, so muß auch bei der Seele das, was von ihrer Liebe auf das Unerlaubte ausströmt, von der Liebe zu Gott fehlen.

Es gibt aber drei Seelenkräfte; denn die eine geht nur auf die Vermehrung und Ernährung, die man auch bei den Pflanzen findet, die andere geht auf das Gefühl und findet sich auch in den unvernünftigen Tieren, während die vollkommene Kraft der Seele die vernünftige ist, welche bei der menschlichen Natur vorkommt. Mit dem Herzen drückte er also die körperliche Wesenheit aus, mit der Seele die mittlere, d.h. fühlende, mit dem Gemüte aber die höhere Natur, d.h. die erkennende und betrachtende Kraft. — Daraus erkennt man, daß man jedes Vermögen der Seele das die göttliche Liebe verwenden müsse, und zwar kräftig und nicht träge. Daher setzt er hinzu: Und aus allen deinen Kräften. — Mit diesem dreifachen Streben bestimmt das Gesetz eine dreifache Richtung auf Gott, um uns von der dreifachen Versenkung in die Welt zu erheben, nämlich von den Leidenschaften, der Ehre und den Vergnügen, in denen auch Christus versucht wurde.

Wenn aber Jemand fragt, wie man die göttliche Liebe erlangen kann, so sagen wir, die göttliche Liebe könne nicht gelehrt werden; denn wir lernen von Niemanden, über die Gegenwart des Lichtes uns zu freuen oder das Leben zu umfassen, oder die Eltern oder Kinder zu lieben, noch weniger empfangen wir die Lehre der göttlichen Liebe, sondern ein geistiger Same ist uns eingepflanzt, der in sich den Grund enthält, daß der Mensch Gott anhänge. Diesen Grund nimmt die Lehre der göttlichen Gebote, sucht ihn sorgfältig zu bebauen und eifrig zu pflegen und zur Vollkommenheit der göttlichen Gnade zu führen. Denn von Natur aus lieben für das Gute, auch das Eigene und Verwandte, und wenden auch unseren Wohltätern von selbst unsere ganze Neigung zu. Wenn also Gott gut ist. Alles aber nach dem Guten verlangt, so liegt das, was durch den freien Willen vollendet wird, in unserer Natur. Obwohl wir ihn durch die Güte gar nicht kennen, so werden wir doch schon dadurch, daß wir von ihm hervorgingen, getrieben, ihn über Alles zu lieben, weil er nämlich gleichsam mit uns verwandt ist. Auch ist er der größte von den Wohltätern, die von Natur aus geliebt werden.

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AUS DEN SCHRIFTEN VON LUISA PICCARRETA

Band 29, 15. Februar 1931

Meine Tochter, die Liebe ist Leben. Und wenn diese Liebe aus der Seele, die in meinem Willen lebt, hervorgeht, dann ist es ihr möglich, in Gott selbst das Leben der Liebe zu bilden. Da die Substanz des Göttlichen Lebens die Liebe ist, bildet die Seele mit ihrer Liebe in Gott ein weiteres göttliches Leben. Und Wir nehmen in Uns Selbst das Leben wahr, welches die Seele gebildet hat. Dieses Leben, das die Seele mit ihrer, mit unserem Willen vereinten Liebe gebildet hat, kann – da es mein Wille ist, der die Seele dazu befähigt – so weit kommen, dass es das Göttliche Leben in Gott selbst bildet, das ganz aus Liebe besteht. Dieses Leben ist der Triumph Gottes und der Seele, und Wir ergreifen triumphierend dieses göttliche Leben, das die Seele in Uns selbst gebildet hat und verschenken es zum Wohle aller Menschen. Es ist ein kostbares Geschenk, das die kleine Tochter unseres Willens allen macht, und Wir warten sehnlich darauf, dass sie mit ihrer Liebe weitere göttliche Leben in unserem Höchsten Sein bildet.

Meine Tochter, unsere Liebe ist nicht unfruchtbar, sondern besitzt den Samen, um ständiges Leben hervorzubringen. So zeugte Ich, als du ‘Ich liebe Dich’ in meinem Herzschlag und meinem Atem sagtest, einen weiteren Herzschlag, einen weiteren Atem, usw. mit allem Übrigen, sodass Ich in mir selbst die neue Zeugung deines ‘Ich liebe Dich’ wahrnahm, welches das neue Leben meiner Liebe formte. O, wie glücklich war Ich beim Gedanken daran, dass meine Tochter dabei war, in meinem Inneren mein eigenes Leben – ganz aus Liebe – zu bilden! Wenn du wüsstest, wie uns dieser Akt der Seele bewegt, wenn sie mit ihrer Liebe Gott Gott gibt! Wie entzückt Uns dies! Und hingerissen davon, schenken Wir ihr noch mehr Liebe, um die Freude zu erleben, dass sie unsere neuen Leben der Liebe wiederholt. Liebe daher sehr viel, und du wirst deinen teuren Jesus noch glücklicher machen.”

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