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Täglicher Kommentar zu zentralen Stellen der Evangelien in chronologischer Folge

Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia

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Lukas 22, 39-71Luisa Piccarreta
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Lukas 22:39-71

VON GETSEMANI NACH GOLGOTA

Todesangst Jesu

39 Dann ging er hinaus und begab sich, wie gewohnt, an den Ölberg. Auch die Jünger folgten ihm.3334

40 Als er dort angekommen war, sagte er zu ihnen: "Betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt."

41 Er entfernte sich etwa einen Steinwurf weit von ihnen, kniete nieder und betete:

42 "Vater, wenn du willst, so nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!"35

43 Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.36

44 Nun geriet er in Angst, und betete noch inständiger, und sein Schweiß ward wie Blutstropfen, die zur Erde rannen.37

45 Er erhob sich vom Gebet und ging zu seinen Jüngern, fand sie aber vor Traurigkeit schlafend.

46 Da sagte er zu ihnen: "Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!"

 

Gefangennahme

47 Während er noch redete, erschien eine Rotte. Einer von den Zwölfen namens Judas ging ihr voraus und näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.3839

48 Jesus aber sagte zu ihm: "Judas, mit einem Kuß verrätst du den Menschensohn?"

49 Als seine Jünger sahen, was da kommen sollte, riefen sie: "Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?"40

50 Und einer von ihnen schlug nach einem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.

51 Doch Jesus sagte: "Laßt ab! Nicht weiter!" Dann berührte er das Ohr und heilte ihn.

52 Zu den Hohenpriestern aber, den Tempelhauptleuten und den Ältesten, die gegen ihn herangekommen waren, sagte Jesus: "Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen.41

53 Als ich Tag für Tag bei euch im Tempel lehrte, habt ihr keine Hand gegen mich erhoben. Aber das ist eure Stunde und die Macht der Finsternis!"42

 

Verleugnung des Petrus

54 Da nahmen sie ihn fest und führten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von weitem.43

55 Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet und sich herumgesetzt; Petrus setzte sich mitten unter sie.

56 Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen, faßte ihn ins Auge und rief. "Auch der war bei ihm."44

57 Er leugnete und sagte: "Weib, ich kenne ihn nicht."

58 Nach einer Weile erblickte ihn ein anderer und sagte: "Auch du bist einer von denen." Petrus erwiderte: "Mensch, das bin ich nicht."

59 Nach Ablauf von etwa einer Stunde versicherte wieder ein anderer: "Wahrhaftig, der war auch bei ihm, er ist ja auch ein Galiläer."

60 Petrus entgegnete: "Mensch, ich begreife nicht, was du sagst." Sogleich, noch während er redete, krähte ein Hahn.

61 Da wandte sich der Herr um und sah Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, das er zu ihm gesagt hatte: "Noch ehe der Hahn heute kräht, wirst du mich dreimal verleugnen."45

62 Er ging hinaus und weinte bitterlich.

 

Jesus vor dem Hohen Rat

63 Die Männer, die ihn gefangen hielten, verspotteten und mißhandelten ihn.46

64 Sie verhüllten ihm die Augen, schlugen ihn und sagten: "Weissage, wer ist es, der dich geschlagen hat?"

65 Noch viele andere Schmähungen stießen sie gegen ihn aus.

66 Nach Tagesanbruch versammelte sich das Ältestenkollegium des Volkes, Hohepriester als auch Schriftgelehrte. Sie ließen ihn in ihre Ratssitzung führen

67 und sagten: "Wenn du der Messias bist, so sage es uns." Er entgegnete ihnen: "Wenn ich es euch sage, so glaubt ihr mir nicht;47

68 wenn ich euch frage, so antwortet ihr mir nicht.48

69 Aber fortan wird der Menschensohn zur Rechten des allmächtigen Gottes sitzen."49

70 Da fragten alle: "Du bist also der Sohn Gottes?" Er antwortete ihnen: "Ja, ich bin es!"

71 Darauf riefen sie: "Was brauchen wir noch ein Zeugnis? Wir haben es ja selbst aus seinem Mund gehört!"

 

Catena Aurea – Hl. Thomas von Aquin. Eine fortlaufende, ganz aus den Stellen der Kirchenväter und Kirchen-Schriftsteller bestehende Auslegung der vier Evangelien.            
 

Er sagt also[1]: Wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir, als Mensch, der den Tod nicht will, während er als Gott seinen Entschluß festhielt. — Oder er bittet[2], daß der Kelch vorübergehen soll, zwar nicht aus Furcht zu dulden, sondern aus Barmherzigkeit gegen das frühere Volk, damit es den von ihm gereichten Kelch nicht trinke. Daher sagte er bezeichnend nicht: Laß den Kelch, sondern: Diesen Kelch an mir vorübergehen, d.h. des jüdischen Volks, welches sich aus Unwissenheit nicht entschuldigen kann, wenn es mich tötet, indem es das Gesetz und die Propheten hat, die mich täglich verkündigen. - Oder wenn er sagt[3]: Laß diesen Kelch an mir vorübergehen, so heißt das nicht: Dieser komme nicht zu mir; denn, wenn er nicht kommt, kann er nicht vorübergehen. — Sobald er also seine Nähe merkte, fing er an, bewegt und traurig zu werden, und da er gleichsam schon herannahte, sprach er: Nimm von mir diesen Kelch hinweg. Denn wie das, was vorüber ist, weder ohne Einwirkung, noch fortdauernd ist, so will auch der Erlöser die leichte Versuchung verscheucht haben. Und dieses heißt: nicht eingehen in die Versuchung, um was man nach ihm beten müsse.

Die vollkommenste Art und Weise aber, den Versuchungen zu entgehen, wird im Folgenden angegeben, wo es heißt: Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Denn Gott kann kein Übel treffen; er will uns aber Gutes erweisen über das, was wir bitten, oder einsehen. Daher will er, daß der vollkommene Wille des Vaters, welchen er selbst kennt, sich verwirkliche, welcher auch der seinige nach der Gottheit ist; aber er will nicht, daß der menschliche Wille, den er den seinigen nennt, und welcher unter dem väterlichen steht, sich erfülle. — Er zeigt nämlich hier einen doppelten Willen[4], einen menschlichen, welcher auf das Fleischliche geht, und einen göttlichen. Denn die Menschheit weigert sich wegen der Gebrechlichkeit des Fleisches zu leiden, aber sein göttlicher Wille unterzog sich dessen gerne, weil es nicht möglich war, ihn vom Tode abzuhalten.

catlk22Luisa Piccarreta
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HB PassionLuisa Piccarreta
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AUS DEN SCHRIFTEN VON LUISA PICCARRETA

Die Stunden der Passion, Hl. Hannibal di Francia

Unsere Gebete, unsere Handlungen, unsere Werke, die Stunden der Passion müssen wir im Willen Jesu vornehmen, d.h. in derselben Meinung, die er hatte. Wir müssen uns selbst, wie er, zum Opfer bringen zur Verherrlichung des himmlischen Vaters und zum Heil der Seelen.

Wir müssen uns auch in die Stimmung verletzen, aus Liebe zu unserm liebenswürdigen Jesus uns in allem zum Opfer zu bringen. Das geschieht, wenn wir uns mit seinem Geiste vereinigen, in derselben seelischen Verfassung wirken wie er und uns gänzlich ihm hingeben, nicht allein in allem Leid und in jeder äußeren Widerwärtigkeit, sondern weit mehr in allem, was er über unser Inneres verfügen mag. So werden wir uns geneigt finden, wenn die Stunde der Heimsuchung schlägt, jede Trübsal auf uns zu nehmen, und auf diese Weise Jesus süße Erquickung bereiten. Wenn wir alles im Willen Gottes tun, der alle Süßigkeiten, alle Wonnen in unendlichem Maße enthält, dann werden wir Jesus einen Kelch unsagbarer Freude und Wonne darbieten, dadurch den Wermutsbecher versüßen, den ihm die Sünder reichen, und so sein göttliches Gepräge erhalten und wir nicht allein auf uns, sondern auch auf alle Menschen seine Segnungen herabziehen.

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