Die Wirkungen der Betrachtung

Stunden der Passion
 

Einführung Pater Dr. Joseph Iannuzzi S.T.D -

Alumnus der Universität Gregoriana - Rom, zu der Schrift:

 

Die Stunden der Passion unseres Herrn Jesus Christus ( Die Stundenuhr)

 

Der außerordentliche Beichtvater Luisas und Zensor ihrer Schriften (censor librorum), Hannibal von Francia, offiziell durch den Bischof der Erzdiözese Trani zugeteilt, bestätigt, dass diese Betrachtung über Jesu Passion eine "neue Methode" und einen "völlig neuen Ansatz" darstellt, den Luisa als erste [i] in die Kirche einführen sollte, da sie Sühneleistungen ermöglicht, die sich bis ins Unendliche  "erweitern und vermehren." In der Tat wird Luisa von Jesus offenbart, dass die Seele, die die "Stunden der Passion", betrachtet, die Er ihr diktierte, in seine Menschheit eintritt, [ii] Fürbitte für die Seelen hält, [iii] dem Vater Wiedergutmachung und Genugtuung aufopfert, [iv], und Seine göttliche Gerechtigkeit abwendet. [V] Eine solche Seele vermittelt "neuen Gnaden", [vi] ein "neues Leben der Gnade" [vii], und alle Güter, die Jesus begehrt. [viii]

        Luisas Methode der Betrachtung ist eine der aufmerksamen und kontemplativen Aufnahme der Passion des Herrn in das eigene Leben. [ix] Es ist nicht einfach ein Akt der Erinnerung an die Leiden Jesu, als etwas, das in einem weit entfernten Land vor 2000 Jahren stattgefunden hat; vielmehr ist es in erster Linie ein Akt des menschlichen Willens, der in den göttlichen Willen eintritt, in dem das Leben aller Geschöpfe uns gegenwärtig ist und "im Akt". [x] Luisa gebraucht diesen alten scholastischen Ausdruck (Schule der Theologie) "im Akt", um die Zeitlosigkeit von Jesu Akten und Leiden im Namen aller Geschöpfe zu vermitteln. Damit erklärt sie, dass die Teilnahme des Menschen am inneren Leben und Leiden Jesu präsent, gleichzeitig und begleitend in jedem unserer Handlungen ist, wobei wir sein Leben in uns wiederholen, sein "Ebenbild" wiederherstellen [xi] uns mit Gott anfüllen, [xii], und allen Generationen den unendlichen Wert, die Verdienste [xiii] und Auswirkungen seiner Passion vermitteln. Jesus offenbart Luisa:

"Im Geschöpf meine Passion im Akt zu wiederholen, unterscheidet sich von jemandem, der nur an meine Schmerzen denkt und sie bemitleidet. Der erste ist ein Akt meines Lebens, der meinen Platz einnimmt, um meine Schmerzen zu wiederholen, und ich fühle, dass mir die Auswirkungen und den Wert eines göttlichen Lebens zurückgegeben werden. Der Gedanke an meine Schmerzen, und im Mitleid, fühle ich nur die Begleitung des Geschöpfs. Aber weißt du in wem ich die Schmerzen meiner Passion im Akt wiederholen kann? In einem, der meinen Willen als das Zentrum seines Lebens hat. Mein Wille allein ist ein Akt, der keine Abfolge von Handlungen hat. Dieser eine Akt ist als ob an einen Punkt fixiert, der sich nie bewegt, und dieser Punkt ist die Ewigkeit ... Nun, einer, der in meinem Willen lebt, besitzt diesen einen Akt, und es ist kein Wunder, dass er an den Schmerzen meiner Passion teilnimmt, als ob sie im Akt wären (gerade geschehen würden)."[xiv]

Wie die Menschheit Jesu im ewigen Willen des Vater lebte [xv] und die göttlichen Akte aller Menschen umfasst, so vergegenwärtigt die Seele, die in frommer Weise diese Stunden meditiert, was Jesus "während seines irdischen Lebens getan hat" und was er in dem allerheiligsten Sakrament der Eucharistie tut.

 

Jesus erklärt Luisa:
Diese Stunden sind die wertvollsten von allen, denn sie nichts anderes als die Wiederinkraftsetzung, was ich im Laufe meines irdischen Leben getan habe, und was ich auch weiterhin im Allerheiligsten Sakrament tue. Wenn ich diese Stunden meiner Passion höre, höre ich meine eigene Stimme, meine eigenen Gebete. In dieser Seele erkenne ich meinen Willen - das heißt, das Wohl, das sie für alle erstrebt und Wiedergutmachung für alle - ich fühle mich angezogen, in ihr zu wohnen, um in der Lage zu sein, zu tun, was sie selbst tut, in ihrem Inneren. Oh, wie gerne möchte ich, dass auch nur eine einzige Seele für jede Stadt diese Stunden von meiner Passion betet! Ich würde mich in jeder Stadt hören, und meine Gerechtigkeit, die in diesen Zeiten sehr angegriffen ist, würde zum Teil besänftigt werden.[xvi]

          Wenn die Seele sich der Passion Jesu angleicht, umfasst sie schrittweise [xvii] alle Geschöpfe aller Jahrhunderte [xviii] - durch die Fähigkeit, auf die ganze Schöpfung zugleich einzuwirken - und stellt in der Schöpfung die göttliche Harmonie wieder her.[xix] Hier "co-erlöst" die Seele [xx] mit Christus mit seinem eigenen göttlichen Willen in einer ewigen Dimension zwischen Himmel und Erde [xxi] , die alle Geschöpfe der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst. Die Seele, die die Stunden stellvertretend betrachtet, opfert sich durch, mit und in Jesus für die Sünden der Menschheit auf, und erwirbt "das Verdienst, als ob alle gerettet würden." [xxii] (Die Betonung liegt hier auf Verdient und nicht auf die faktische Rettung aller).
Insofern die Seele der Gottesmutter unaufhörlich mit Jesu Seele durch eine kontinuierliche Bilocation vereint war, setzt auch die Seele, die diese Stunden betrachtet, wieder in Kraft, was Jesu Mutter hat auf der Erde getan hat.[xxiii]

        Außerdem kommt die Betrachtung der Stunden von Jesu Passion dem Leser zugute: "Der Sünder wird sich Gott zuwenden, die Unvollkommenen werden vollkommen, der Heilige wird heiliger werden, die Versuchten finden den Sieg, diejenigen, die krank sind, finden Kraft, Medizin und Trost."[xxiv] In der Tat, durch die Betrachtung dieser Stunden erlangt die Seele die Gnade der "Stärke", um alle Schwäche zu überwinden.[xxv]

        Zusätzlich üben die Stunden Einfluss auf alle Seelen aus und begleiten jene, die durch das Fegefeuer gehen und in den Himmel eintreten, da "es gibt keine Seele, die in das Fegefeuer eintritt, ohne die Kennzeichnung der Stunden der Passion... und es gibt keine Seele, die in den Himmel fliegt, ohne von diesen Stunden der Passion begleitet zu sein."[xxvi] Und wenn Verpflichtungen es nicht ermöglichen, dass die Seele kontinuierlich und aufmerksam diese Stunden betrachtet, kann sie die Disposition ihres guten Willens mit der von Jesus "ersetzen", um sie "kontinuierlich" zu betrachten, und für das Heil der Seelen.[xxvIii

        Da jeder Akt der Passion Jesu ein Licht in seiner Menschheit erschuf, bewirkt jeder Gedanke über sein Leiden das gleiche Licht, das auf die betrachtende Seele einwirkt, [XXVIII] und vervollkommnet in ihr das Ebenbild Gottes.[XXIX] Schließlich unterstützen die Engel, die Jesus während seiner Passion Hilfe leisteten, die Seele, die die Stunden der Passion betrachtet. [xxx] Spuren dieser Gnade der Teilnahme an der zeitlosen Passion Jesu können in den Schriften von zeitgenössischen Mystikern gefunden werden, als Zeugen die Gabe des Lebens in den göttlichen Willen erhalten zu haben.