Das Leben dem Vater im Himmel darbringen

Frage: Wenn wir uns mit dem Willen Gottes vereinigen [fusionieren] und uns vorstellen, dass wir in diesem einen kontinuierlichen Akt Gottes sind, können wir dann Menschen dem Vater im Himmel aufopfern?

 

Antwort: Ja, das können wir in der Tat, und Jesus hat uns durch Luisa aufgefordert, uns mit dem Willen Gottes zu vereinigen, wobei wir dadurch in dem einen ewigen Akt Gottes die „Akte“ und „Leben“ der anderen erheben und sie zur Verherrlichung der Dreifaltigkeit, sowie zum Nutzen [Heiligung] aller Geschöpfe darbringen. Jesus offenbart Luisa,

 

 „Sobald die Seelen, die in meinem Willen leben, in Ihn eintreten, finden sie wie in einem Akt alle Akte der Höchsten Majestät vereinigt; da nun dieser Wille sich in allem und in allen befindet, vervielfältigen sich diese Seelen in allen und können [Mir] somit Ehre, Verherrlichung, Anbetung und Liebe für alle darbringen. So tritt denn, meine Tochter, in meinen Willen ein, komm mit Mir vor den Thron der Göttlichen Erhabenheit und zolle Ihr als erste die Huldigung, die Ihm als Schöpfer von allem gebührt.“ (Band 12, 20.2.1919).

 

 „Ich wählte dich als Verbindungsglied, aus dem die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen ihren Anfang nehmen sollte – eine Heiligkeit, die Mir die vollständige [akzidentielle] Verherrlichung des Zweckes bringen wird, für den der Mensch erschaffen wurde, da sie aus meinem Willen hervorgegangen ist …“ (Band 13, 3.12.1921).

 

 „Um dieses Abbild Gottes im Geschöpf wiederherzustellen und Gott die ganze Herrlichkeit darzubringen, welche die Seelen Ihm schulden, wirkte Ich [in der menschlichen Natur] mit meinem ganzen Intellekt, meinem Gedächtnis und Willen mit – und indem Ich in besonderer Weise diese drei Kräfte mit meinem Leiden vereinte, vervollständigte Ich die Ehre, die alle Seelen dem Vater schulden und erlangte die Wohltaten, die alle Geschöpfe benötigten.“ (Band 6, 26.9.1904).

 

Wenn nun in Jesus Christus das menschliche Wirken in Bezug auf den Willen des Vaters vervollkommnet wurde, so wird im erlösten Menschen durch die Gnade Gottes der menschliche Wille in Hinblick auf den Willen Christi vervollkommnet, der kraft des Heiligen Geistes den menschlichen Willen mit dem Willen des Vaters vereint. So vereint sich die Seele des Menschen zuerst mit Jesus und durch Jesus mit dem Vater, durch die Kraft des Heiligen Geistes, zum Wohl aller Geschöpfe. Jesus offenbart Luisa:

„Meine Tochter, alles, was die Seele in meinem Willen tut, ist wie die Sonne, die sich über alle ausbreitet; wenn jemand in meinem Willen betet, mein Blut, meine Leiden, meine Wunden darbietet, verwandeln sich diese in so viele Lichtstrahlen [wie oft sie aufgeopfert werden], die sich auf alle verteilen. Sie steigen rasch in die tiefsten Kerker des Fegefeuers hinab und verwandeln ihre Leiden und Finsternisse in Licht. Diese [Gebete] können in der Tat auf alle Seelen gleichermaßen einwirken, und wenn es hier einen Unterschied gibt, dann niemals auf der Seite dessen, der gibt, sondern bei dem, der empfängt, und entsprechend der Disposition eines jeden.“ (Band 14, 10.3.1922)

 „Die Seele, die sich mit Mir fusioniert, wiederholt das, was Ich tat und noch immer tue; wie groß wird die Freude jener Seelen sein, die ihr Leben in Mir gelebt haben, indem sie gemeinsam mit Mir alle Geschöpfe, alle Sühneleistungen umfangen, - wenn sie mit Mir im Himmel sein werden? Sie werden ihr Leben in Mir fortsetzen; und wenn die Seelen [auf Erden] denken oder Mich mit ihren Gedanken beleidigen, so werden diese [Seelen im Himmel] auf den Geist jener Seelen einwirken und die Sühneleistungen, die sie auf Erden getan haben, fortsetzen; sie werden zusammen mit Mir vor dem göttlichen Thron die Ehrenwächter sein, und wenn Mich die Geschöpfe auf Erden beleidigen, werden sie im Himmel die entgegengesetzten [göttlichen] Akte verrichten, sie werden meinen Thron bewachen und den Ehrenplatz einnehmen, sie werden jene sein, die Mich am besten verstehen, die glorreichsten: ihre Herrlichkeit wird ganz mit der Meinen vereint sein, und die Meine mit der ihren." (Band 12, 18.3.1917)

 „…Die in unserem Willen lebende Seele vollbringt alles, umfasst alle und bringt Uns alles dar“ (Band 36, 6.8.1938).

 „Ein Akt in meinem Willen kann Mir also die Akte aller Seelen darbringen, Mich für alle lieben, und er lässt Mich das größte Übermaß an Liebe und Wirken zum Wohl der Seelen vollbringen. Und wenn Ich in meinem Willen den einen Akt der Seele in den Schritten, Gedanken und Worten aller vorfinde, der Mich [im Namen aller] in den eigenen Gedanken und Worten der Seele liebt, ist meine Freude so groß, dass Ich in meiner glühenden Liebe zu ihr sage: "Du tust das, was Ich tat, daher nenne Ich dich mein Echo, meine Liebe, der kleine Widerhall meines Lebens".“ (Band 36, 28.8.1936)

 „Meine Tochter, alle Akte meiner königlichen Mutter, die Sie in meinem Willen vollbracht hat, erwarten ihre Aktualisierung…. Dies[e Akte Mariens] sind also die Akte, die dir zu Hilfe kommen, wann immer du deine Akte in meinem Willen vollbringst… um in dir das Gefolge dieser edlen, heiligen und göttlichen Akte zu verwirklichen. Diese Akte sind die Ausgießung Gottes, der, indem Er sie der Seele darreicht, ihr ermöglicht, von ihnen so angefüllt zu werden, dass sie sie nicht [mehr] fassen kann. So gießt die Seele sie erneut aus und bringt ihrem Schöpfer ihre Göttlichen Akte dar... Es gibt keine Wohltat, die nicht mittels dieser im Göttlichen Willen getanen Akte herabsteig… Die Himmlische Herrin … erwartet die Verwirklichung des Gefolges (der Fortsetzung) ihrer Akte, um Gott zu bewegen, unseren Höchsten Willen auf Erden zur Herrschaft gelangen zu lassen….” (Band 23, 1.12.1927).

 

Luisa pflegte ihre Runden in der Schöpfung oft in dem einen ewigen Akt Gottes auszuführen, der die Gedanken, Worte und Handlungen aller Personen und Geschöpfe aller Zeiten umfasst, besonders jener, die ihr am nächsten standen und opferte sie zur Ehre Gottes auf. Nicht selten war diese Aufopferung Luisas von einer inneren Trostlosigkeit begleitet, die in ihr eine tiefe Sehnsucht und ein spirituelles Verlangen nach der tröstlichen Gegenwart Gottes zurückließ, das ihr manchmal ein wahres innerliches Martyrium bereitete. Jesus offenbart Luisa:

 

 „Glaubst du, Ich wüsste nicht um dein großes Opfer, dein ständiges Martyrium, der Himmlischen Heimat ferne zu sein, und nur, um meinen Willen in dem einen zu erfüllen, durch den Er dir befohlen wurde? In der Tat, dieses Opfer hat Mir die vielen Leben der Kenntnisse meines FIAT entrissen. - Zudem war eine Seele nötig, die den Himmel kennt, und [die Art und Weise,] wie mein Göttlicher Wille im Himmel getan wird, damit Ich ihr seine Geheimnisse, seine Geschichte und sein Leben anvertrauen könne. Du solltest diese schätzen, sie zu deinem eigenen Leben machen und bereit sein, dein Leben hinzugeben, damit andere ein so großen Schatz kennenlernen können.” (Band 25, 22.2.1929).

 

 „Wenn die Geschöpfe meinen Willen nicht tun, verlieren sie ein göttliches Leben, und daher lässt Er dich, da Er in dir herrscht, mit der Beraubung von Mir den Schmerz von so vielen göttlichen Leben empfinden, welche die Geschöpfe von Ihm abschneiden. Dies [geschieht], damit sich diese göttlichen Leben Wiedergutmachung verschaffen und für all diese Akte des Lebens in dir schadlos halten, welche die Geschöpfe meinem Willen geraubt haben. Weißt du nicht, dass Er, um das Reich des Göttlichen FIAT zu bilden, in dir so viele seiner Akte finden muss, wie Ihm geraubt wurden? Dies ist der Grund für den Wechsel meiner Gegenwart und meiner Abwesenheit, um dir Gelegenheit zu geben, so viele Akte der Unterwerfung unter meinen Willen zu machen [um den Mangel an Unterwerfung in den anderen zu ersetzen], und um diese Akte des göttlichen Lebens wieder in dich eintreten zu lassen, welche die anderen zurückgewiesen haben…. Möchtest du also nicht meinem Willen für alle diese Leben Wiedergutmachung leisten, welche die Geschöpfe von Ihm abgeschnitten haben? Um dies zu tun, muss du nicht nur eine [bloße] Pein erleiden, sondern das Fehlen von göttlichem Leben, was meine Beraubung ist. Mein Wille möchte, um sein Reich in dir zu bilden, alle Wiedergutmachungen finden, welche die Geschöpfe Ihm nicht gegeben haben, alle seine Leben, die Er in ihnen entstehen lassen hätte sollen…. Doch du sollst wissen, dass dein Jesus dich nicht lange verlassen wird, denn auch Ich weiß, dass du nicht unter der Kelter eines so harten Martyriums leben kannst.” (Band 20, 6.10.1926).

 

Es ist erwähnenswert, dass die Seele, ähnlich wie Luisa ihre Runden in der ganzen Schöpfung – in den Akten der vernunftbegabten und vernunftlosen Geschöpfe macht und sie dabei dem Vater als Unterpfand ihrer eigenen göttlichen und selbstlosen Liebe aufopfert. Die aktualisierten Kräfte der Seele, die es ihr ermöglichen, die Akte und Leben der anderen zur Ehre Gottes aufzuopfern, ergeben sich aus der Menschwerdung und Erlösung Jesu Christi, von dem der Verfasser des Hebräerbriefes feststellt: „Durch ein einziges Opfer hat er [Jesus] die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt"(Hebr. 10,14). Da Jesus die Akte und Leben aller aufgrund des in Ihm wirkenden Göttlichen Willens in seine Menschheit eingeschlossen hat, hat Er in jenen Seelen, die in seinem Göttlichen Willen leben, die Anlage verwirklicht, dieselben Taten und Leben einzuschließen, damit sie diese zur Ehre Gottes aufopfern können. Jesus offenbart Luisa,

 

 

Jesus belehrt Luisa auch über die Bedeutung, die Akte der vernunftlosen Geschöpfe in Gottes einem ewigen Akt aufzuopfern und sie als ihre eigenen Akte zu besitzen:

 

 „Als sich nun mein Geist nach Eden begab, sagte mein süßer Jesus zu mir: „Meine Tochter, wenn du deine Runde in meinem Willen machst, um all seine Akte aufzuspüren, ihnen Gefolgschaft zu leisten, sie zu lieben, sie mit den deinen zu vereinen, und [dann] in Eden ankommst, fühle Ich, wie die Freuden, die Festfeiern, die Seligkeit sich wiederholen, die unsere Gottheit bei der Schöpfung erfuhr. Wenn Wir dich in der Sonne, im Wind, im Meer, im Himmel fließen sehen – o, wie lebhaft erinnern Wir Uns dann an die raschen Aufschwünge des ersten Geschöpfs, das aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen ist! Da Adam in der Einheit unseres Willens stand, bildete Er aus all unseren Akten, die Wir in der Schöpfung aus Liebe zu ihm getan hatten, einen einzigen Akt und brachte Uns in seinem einzigen Akt wie im Triumph alle unsere Akte. Deshalb brachte Uns Adam alle Freuden von allen Dingen – geordnet und in Harmonie – die Wir im Universum gleichsam zerstreut hatten. Wie glücklich waren Wir, ihn so reich, stark, mächtig zu sehen, von einer bezaubernden Schönheit, wie er in unsere Gegenwart kam, ausgestattet mit allen unseren Werken, die er Uns brachte, um Uns glücklich zu machen, zu verherrlichen und gemeinsam mit Uns glücklich zu sein! Wenn Wir nun sehen, dass du seine Flüge wiederaufnimmst und überall deine Runden machst, sehen Wir, wie schön das Leben des Geschöpfs in unserem Willen ist. Es scheint in alle unsere Akte eintreten und alles nehmen zu wollen – doch um was zu tun? Um Uns alles zu geben und Uns glücklich zu machen. Und Wir geben ihm im Austausch alles und sagen zu ihm: „Es sind deine Dinge, für dich haben Wir sie geschaffen und aus Uns hervorgebracht.“ Wenn Wir das sehen, verspüren Wir den Wunsch, die Erschaffung des Menschen wiederherzustellen und das Reich unseres Willens zu schenken.” (Band 24, 12.6.1928).

Wenn Jesus Luisa sagt, dass sie zur Besitzerin der Leben der Geschöpfe wird, deren Akte sie aufopfert, wodurch sie zu „ihren Dingen“ werden, so möchte Er ihr damit in Erinnerung bringen, dass es nichts gibt, was sie und Gott nicht gemeinsam besitzen würden:

 

 „In unserem Fiat gibt es weder ‘dein’ noch ‘mein’ zwischen Schöpfer und Geschöpf, sondern alles ist Gemeinsamkeit, und deshalb kann das Geschöpf zu Recht erbitten, was es will. O, wie wäre Ich betrübt und wie würde es Mir weh tun, wenn die kleine Tochter meines Göttlichen Willens meine so viele Leiden und Akte, die Ich auf Erden tat, nicht einmal anerkennen und nicht versuchen würde, meinen Akt mit ihrer Liebe und ihrem Akt das Geleit zu geben. Wie könnte Ich dir das Recht verleihen, wenn du sie nicht anerkennst? Und noch weniger könntest du sie dir zu eigen machen. Unsere Werke anzuerkennen, ist nicht nur ein Recht, das Wir gewähren, sondern ein Besitz. Wenn du also die Herrschaft meines Göttlichen Willens ersehnst, so gehe stets in unserem Fiat umher. Anerkenne alle unsere Werke, vom kleinsten bis zum größten, lege deinen kleinen Akt auf jedes von ihnen - dann wird dir alles gewährt werden.” (Band 27, 30.10.1929)

Pater Dr. Joseph Iannuzzi OSJ